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Pentax *istD mit dem Fisheye-Zoom - eine Superweitwinkel Alternative? Digitale Spiegelreflexkameras der Mittelklasse haben einen Sensor in APS-Größe, wodurch nur der mittlere Teil der 24x36 mm Kleinbildgröße genutzt wird. Es ist so, als ob durch die Pentax *istD eine Ausschnittsvergrößerung mit den Kantenlänge 15.7x23.5mm durchführt wird. Damit ergibt ein 300mm Teleobjektiv einen Bildausschnitt entsprechend 460mm. Die *istD hat also einen Formatfaktor von 1.53, genau wie die Nikon D100. Die Canon 10D hat einen Faktor von 1.58, die Sigma D9 einen von 1.7. Bei Canon und bei Sigma tritt das Weitwinkelproblem noch verschärfter auf. Worüber sich Tierfotografen freuen, stört Landschaftsfotografen, denn aus dem Superweitwinkelobjektiv der Brennweite 20-35mm wird ein unspektakuläres 31-54mm. In der folgenden Tabelle sind einige Superweitwinkel AF-Objektive von Pentax und Sigma aufgeführt mit der Brennweite, die sich an der *istD ergibt.
Die Tabelle zeigt, dass bei Pentax Originalobjektiven die geringste Brennweite zur Zeit bei 27.5mm ist, bei Sigma sind es 23mm. In Kürze kommt das Sigma 12-24mm, doch dieses ist sehr teuer und wie alle Sigma Objektive sehr groß. Sie passen von Größe und Gewicht eigentlich nicht zur kompakten *istD. Doch was ist dem Fisheye-Zoom? Bei Einsatz an einer Kleinbildkamera erzeugt es einen Blickwinkel von 180°-90°, ein 15mm Objektiv, wie das Pentax SMC-A 15/3.5 hat nur einen Blickwinkel von 111°. Die Brennweite kann also bei dem Fisheye-Zoom nicht direkt über den Faktor 1.53 in ein Objektiv mit rechtwinkliger Projektion umgerechnet werden. Doch wie groß ist die resultierende Brennweite? Deshalb habe ich folgenden Test durchgeführt. Da ich noch keine *istD habe, habe ich mit meiner MZ-S und dem FA 20-35/4 sowie dem Fisheye-Zoom im Badezimmer die Fliesenwand fotografiert. Bilder der Fliesenwand sind fotografisch nicht sehr interessant, doch wenn ich ein neues Objektiv kaufe, ist dies immer mein erstes Motiv. Denn aus dem Fliesenbild kann sowohl die Randabdunklung als auch die Verzeichnung des Objektivs direkt festgestellt werden. Die entstandenen Dias habe ich mit einem Flachbettscanner eingescannt, also die technische Qualität ist nicht sehr hoch, doch es soll hier ja um Blickwinkel und Verzeichnung gehen. Also, in Bild 1 ein Vergleich zwischen einem Bild des Fisheye-Zooms bei 17mm und dem 20-35 bei 20mm, wie es mit einer 35mm Kleinbildkamera erzeugt wird. Das 20mm Kleinbild Bild dient als Referenz. Es ist wünschenswert, auch mit der *istD Bilder mit diesem Blickwinkel erzeugen zu können.
Was zeigt dieser Bildervergleich? Es ist erkenntlich, das der Blickwinkel des Fisheye-Zooms deutlich größer ist, aber das das Fisheye auch viel mehr verzeichnet. Leider wird auch sichtbar, dass das FA 20-35/4 auch bei 20mm deutliche Verzeichnung zeigt und Randabdunklung aufweist. Als nächstes von dem gleichen Standpunkt aus die Fliesenwand, wenn das Fisheye-Zoom an die *istD geschraubt wird.
Das Bild des Fisheye-Zoom zeigt einen ähnlichen, leicht geringeren Blickwinkel des Fisheye-Zooms an der *istD im Vergleich zu der 20mm Brennweite an einer Kleinbildkamera. Es bleibt aber das Problem der Verzeichnung. Diese ist deutlich geringer geworden als bei dem Kleinbild Bild, doch sie kann noch störend sein. Bei 28mm Einstellung des Fisheye-Zooms an der *istD ist die Verzeichnung fast nicht mehr sichtbar. Es gibt nun Programme zur Verzeichnungskorrektur, darunter auch ein Freeware Programm, das mit Hilfe der Efix-Daten einzeln oder im Batchmode die Verzeichnung korrigiert. Ist einmal eine Datei in der Korrekturdatenbank vorhanden, ist die Korrektur ein Kinderspiel. Diese Programm heisst PTLens und ist von Thomas Niemann. Es ist ein einfach zu bedienendes Programm, das auf den Panorama Tools von Prof. Dersch beruht. Es kann hier inklusive einer ausführlichen Anleitung und der Korrektur-datenbank, in der bisher Pentax aber noch nicht enthalten ist, geladen werden.
Nach der Verzeichniskorrektur, bei dem das Bild mit den verzerrten Ecken in PTLens nicht sichtbar ist, wird der Ausschnitt automatisch so gewählt, dass wieder ein Bild mit dem Seitenverhältnis von 2x3 entsteht.
Vergleicht man nun das korrigierte Bild, das mit dem Fisheye-Zoom an der *istD entstanden ist, mit einem Kleinbild-Dia, das bei 20mm aufgenommen wurde, zeigt sich, dass der Bildausschnitt etwas kleiner ist. Es einsteht ein Bild, das einer Brennweite von ca. 23mm entspricht. Die Verzeichnung durch die Korrektur ist sogar geringer als bei dem FA 20-35/4. Wird das Fisheye-Zoom bei der größten Brennweite von 28mm an der *istD benutzt wird, braucht fast nicht mehr korrigiert werden, da bei 28mm das Bild nahezu verzeichnungsfrei ist. Der Blickwinkel entspricht ungefähr 40mm (Kleinbild). Fazit: Wird das Fisheye-Zoom an der *istD benutzt und eine automatisierte Verzeichnungskorrektur durchgeführt, erhält man Bildresultate, die einem 15-26mm Zoom entsprechen und ergeben einen Blickwinkel, der beim Kleinbild einem 23-40mm Zoom entspricht. Das Fisheye-Zoom an der *istD plus Korrekturprogramm liefert also ähnliche Ergebnisse, die mit einem 15-30mm Zoom möglich sind. Das Fisheye-Zoom stellt also eine viel kompaktere und kostengünstigere Alternative zum Sigma 15-30mm Zoom dar, wie die Tabelle und der Bildgrößenvergleich zeigen.
Leider ist eine derartige Verzeichniskorrektur nicht im PENTAX PHOTO Laboratory enthalten. Diese könnte dann auch auf RAW-Daten angewendet werden und auch gleichzeitig die Randabdunklung in Abhängigkeit der Blendeneinstellung korrigieren. Mit diesem Softwarezusatz könnte Pentax für sein schon vorhandenes Fisheye-Zoom werben und Fotofans davon abhalten, die Objektive bei Sigma zu kaufen. Nun Vergleichsbilder eines normalen Fotomotivs. Auch hier wird wieder der Bildausschnitt, der dem das Fisheye-Zoom an der *istD entspricht, verglichen mit einem Blickwinkel eines 20mm Objektivs an der MZ-S. Auch wird deutlich, dass die Bildwinkel sehr ähnlich sind, das Fisheye-Zoom aber stärker verzeichnet. Nach der Korrektur mit PTLens entsteht ein Bild ohne Verzeichnung, das 23mm Brennweite entspricht.
Um zu illustrieren, wie das Fisheye-Zoom an einem Full-Frame CCD wirken würde, links das originale Bild des Fisheye-Zooms, daneben die korrigierte Version, die einem Bildwinkel eines 12mm Objektivs entsprechen würde.
Installation des Verzeichnungs-Korrekturprogramms Unter http://epaperpress.com/ptlens/index.html kann das kostenfreie Tool PTLens runtergeladen werden, das aufgrund der EFIX Daten eine Verzeichniskorrektur durchführt, sowohl einzeln oder auch für ein ganzes Directory. Das ganze geht sehr einfach, es gibt nur einen Haken. In der Datenbank mit den Korrekturdaten, die auch runtergeladen werden muss, sind bisher keine Pentax Kameras enthalten. Deshalb habe ich selber diese Daten für die *istD mit dem Fisheye-Zoom und für die Optio 330GS ermittelt und weiter unten angegeben. Also, zuerst muss mal das Programm PTLens runtergeladen und installiert werden, das auf den Panorama Tools von Prof. Dersch aufsetzt und eine einfache Nutzerschnittstelle darstellt, sowie die Benutzung der EFIX-Daten ermöglicht. Das Programm PTLens benötigt noch zwei Dateien von den Panorama Tools. Von http://www.path.unimelb.edu.au/~dersch/ muss deshalb die Version 26b1 für Windows runtergeladen und entzippt werden. PTLens braucht nur 2 Dateien von den Panorama Tools, Pano12.dll muss in das Systemverzeichnis kopiert werden und in PTLens muss ein Pfad auf PTStitcher.exe gesetzt werden. Eine ausführliche Anleitung zum Installieren von Panorama Tools findet ihr hier: Erweiterung von PTLens um ein Datenfile für Pentax Kameras In der Datei Profil.txt ist die Zeile "file: profile_pentax.txt" einzufügen. Die Datei profile_pentax.txt hat folgende Struktur und kann noch für andere Objektive oder Kameras erweitert werden. Die Parameter für das Fisheye-Zoom für andere Brennweiten müssen allerdings noch ermittelt werden. ######################################## # Pentax SLRs with 1.53 multiplier begin lens begin lens begin camera ######################################## # Pentax P&S models begin lens begin camera ######################################## Unter der folgenden URL sind Bilder, die mit dem Fisheye-Zoom an der *istD entstanden sind. Damit kann die Korrektur getestet werden: http://www.bekkoame.ne.jp/~sight2/photo/lenz/fisheyezoom.html Viel Spaß beim Experimentieren! |
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